goodblog: Die Thermomix-Groupies

Outing: Die Thermomix-Groupies

1. Februar 2016 , In: Ernährung, Konsum
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Gut ist: einfach (!) viel selber kochen

Wer mich in den letzten paar Monaten öfters hat reden hören, ist vermutlich nicht umhin gekommen, davon erzählt zu bekommen. Ich gehöre nämlich wohl oder übel zu der immer größer werdenden Gruppe der Thermomix-Groupies. Ein Outing.

Mein 30. Geburtstag hat meine Kochroutine komplett verändert, weil damit eine wirklich tolle, neue Küchenmaschine bei mir eingezogen ist: der Thermomix. Für das Biomagazin hab ich einen Artikel über das Leben mit ihm <3 geschrieben – mit seinen Vor- und Nachteilen, denn die hat ja wirklich jedes Gerät… und zugegebener Weise auch er. Der Beitrag ist keine Lobpreisung, keine Werbung, sondern eine intensive Auseinandersetzung mit einem aktuellen Trend, dem ich mich schlicht nicht entziehen konnte. Man kann damit aber auch sooooo viele Dinge soooo einfach selbst herstellen, die man sonst niemals in Erwägung gezogen hätte, hach… aber nun für euch exklusiv der Text! Weitere interessante Lektüre zum Selbermachen und bewusst leben findet ihr übrigens natürlich in der gedruckten Ausgabe des Biomagazins.

goodblog: Biomagazin - Die Thermomix-Groupies

Der Artikel im Biomagazin: Die Thermomix-Groupies

 

Die Thermomix-Groupies

Wer kennt ihn? Wer ist so glücklich, ihn sein Eigen zu nennen? Wer schafft es, nicht zu versuchen, alle anderen davon zu überzeugen? Carmen Hafner möchte dem Hype um die Küchenmaschine auf die Schliche kommen.

Man könnte meinen, Gespräche über Küchengeräte seien einem bestimmten Publikum vorbehalten. Vielleicht war das auch so – bis Vorwerk die neueste Generation seiner multifunktionalen Maschine auf den Markt brachte, die diesen sogleich revolutionierte. Das sonst eher für Staubsauger bekannte Unternehmen schaffte es, mit dem TM5 nicht nur eine aktualisierte Version des Thermomix zu veröffentlichen, sondern während eines Jahres damit Einzug in mehr als eine Million Küchen zu halten. Wohlbemerkt nur mit dieser fünften Generation, die sich beispielsweise durch ein Touch-Display und die Guided-Cooking Funktion von ihren Vorgängern unterscheidet. Die Maschine an sich gibt es nämlich immerhin schon seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Sich führen lassen

Ebendiese Funktion, sich Schritt für Schritt am Display vorschreiben zu lassen, wie der Kochvorgang weitergeht, ist es, die die Meinungen etwas spaltet. Während das eine Lager seine Freiheit im Abwandeln von Rezepten flöten gehen sieht, schwärmt die andere, gefühlt viel größere Gruppe davon, auf den Rezept-Chips zu den Kochbüchern immer alles parat zu haben und kaum mehr ein misslungenes Gericht zu erhalten. So ehrlich muss man sein: Alle Anleitungen in den eigens für den Thermomix verfassten Kochbüchern sind spitzenmäßig erprobt. Das müssen sie auch sein, da die Zubereitung mit der Maschine etwas anders ist als mit den üblichen Haushaltsgeräten. Im Thermomix mahlt man Getreide, zerkleinert Gemüse, wiegt, mixt, ja knetet sogar Teige – und kann kochen und dampfgaren. Deshalb ist es ratsam, bei so manch altbekanntem Rezept die Arbeitsschritte schon mal umzudrehen, damit alles problemlos in einer Maschine vonstatten gehen kann. Für Thermomix-Anfänger ist das zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Kurz macht es den Anschein, nie wieder klassische Kochbücher und Rezepte verwenden zu können. Aber nur so lange, bis man sich mit den Eigenschaften der Maschine vertraut gemacht und etwas Mut zum Experimentieren gefunden hat. Während die Kritiker behaupten, mit einem Thermomix könne keiner mehr richtig kochen, ist es letzten Endes wohl doch so, dass man mit einer gehörigen Portion Küchengeschick noch vielfältigere Speisen als nur jene aus den zugehörigen Büchern zaubern kann.

Lobpreisungen auf realistischer Basis

Dieser Artikel soll aber keineswegs ausschließlich ein Lobgesang auf die mit 1.109,- Euro doch sehr teure Küchenmaschine sein. Der Autorin erging es wie vielen: Jemand aus dem nahen Umfeld bekommt einen Thermomix und schwärmt, mehr oder weniger unterschwellig, von den damit so einfach zubereiteten Gerichten. Zwischen dem Wunsch, selbst damit zu kochen, und der Entscheidung, viel Geld dafür zu investieren, vergehen einige Wochen. Und die Erkenntnis, dass es die jüngste Generation des Thermomix momentan nicht gebraucht zu erwerben gibt.

Die Überlegung, dass im Haushalt noch keine Küchenmaschine, kein Dampfgarer, keine Getreidemühle oder Vergleichbares vorzufinden ist, tut ihr Übriges. Also beschließt die Autorin, selbst sehr bewusst in ihrer Ernährung und bemüht um eine möglichst bodenständige, eigene Zubereitung, dass ein Thermomix ins Haus kommt. Man lässt ihn sich am besten von sämtlichen Freunden und Verwandten zum runden Geburtstag schenken, so viel sei verraten. Aber auch, wer sein Weihnachtsgeld dafür verwendet, freut sich üblicherweise nachhaltig über die Anschaffung. Denn eines ist sicher: Wirklich sehr, sehr vieles kann man mit dem Thermomix schneller und mit weniger Aufwand zubereiten.

Nichts ist unmöglich

Nach mittlerweile drei Monaten Thermomix-Erfahrung lässt sich jedenfalls feststellen, dass man damit auch Dinge macht, die einem sonst im Traum nicht einfallen. Selbstgemachte Gewürzpaste für Gemüsesuppe zum Beispiel. Verschiedenste Suppenkräuter und Gemüse aus dem Garten werden eine halbe Stunde eingekocht – niemals, aber auch ganz bestimmt niemals ist die Lust am Zerkleinern, ständigen Rühren und anschließenden Pürieren so groß, als wenn einem die Maschine das alles abnimmt.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass mit dem Thermomix auch Unmöglichkeiten schon mal möglich werden. Auch wenn es heißt, es könne nichts anbrennen – unsere Autorin hat es geschafft. Und wenn jemand davon erzählt, das Überkochen sei damit nicht mehr möglich – doch. Anfängerfehler. Aber alles halb so schlimm, denn die Wahrscheinlichkeit ist wirklich nicht sehr groß. Außerdem spart man so viel Zeit durch die wenigen zu reinigenden Teile, dass derartige Hoppalas verkraftbar sind.

Ein weiteres Missgeschick, das vermutlich jedem Thermomix-Koch in seiner Laufbahn einmal passieren muss, ist es, Dinge zu viel zu zerkleinern. So kann es vorkommen, dass der passionierte Hobby-Barkeeper das Crushed Ice für seinen Cocktail zu Schnee werden lässt. Oder dass das Gemüse-Curry gravierende Ähnlichkeit mit Babynahrung hat, weil die hochtourige Zerkleinerung eben mit Bedacht einzusetzen ist. Seine Ursprünge hat die Küchenmaschine ja auch im Wunsch einer Mutter, die Nahrung für ihren Nachwuchs in einem Gerät zerkleinern und kochen zu können, also kann man das dem Thermomix wirklich nicht vorwerfen.

Nice-to-have der Ökoszene

Die Probe aufs Exempel hat somit ergeben, dass der Thermomix tatsächlich eine ideale Küchenhilfe ist, wenn hierfür nicht ohnehin diverse Geräte zuhause herumstehen. Man benötigt ihn nicht, aber er ist schon sehr praktisch. Gerade, wenn jemand sein Essen gerne selbst zubereitet und vielleicht Obst und Gemüse im Garten hat, das verarbeitet gehört, wird er oder sie mit dem Thermomix seine reine Freude haben. Der lästige Nebeneffekt sind Mitmenschen wie unsere Autorin, die dank diesem Glücksgefühl kaum umhin können, nicht preiszugeben, wie einfach die neueste Leckerei wieder gezaubert werden konnte. Wenn’s nur das ist – sie lassen einen ja auch sehr gerne probieren!

 

Übrigens:
Einige Thermomix-Rezepte finden sich schon am goodblog und es werden sicherlich laufend mehr. Wenn ihr mal stöbern wollt, verwendet einfach den Begriff „Thermomix im Suchfeld rechts oben oder den Tag „Thermomix“. Ich freu mich auch über Anregungen von euch!

bioMagazin – für ein einfach besseres Leben

Titelbild: © Vorwerk

 

    • uli
    • 1. Februar 2016
    Antworten

    Verführerisch klingt das alles ja schon, wäre da nicht der Preis und noch viel schlimmer: das hässliche Design – passt farbtechnisch überhaupt nicht in meine Küche – da wäre die KitchenAid (vorzugsweise im pudrigen Pastellton) schon mehr mein Geschmack, wenn auch nicht ganz billig. Allerdings haben beide beim „Konsument“-Test nicht sooo super abgeschnitten – ich glaube, die Kenwood war der Testsieger (wobei ich bei Preis und Design fast blind geworden bin).

    Mich würde noch interessieren, wie groß die Portionen sind, die der Thermomix fasst (wir sind ein 4-Personen-Haushalt) und wie die Reinigung ist.

    Bis zum nächsten Runden sind es ja noch ein paar, wenn auch wenige, Jahre. Danke für den Bericht, lg Uli

      • Carmen
      • 1. Februar 2016
      Antworten

      Ja, Testsieger wird das Wunderding dann dennoch selten, und zwar meistens glaub ich eh wegen den Geräuschen. Wenn man auf Stufe 10 Getreide mahlt oder Eis crusht, ist das schon mal anstrengend für die Ohren. Aber nur kurz, weil er ja eh gleich wieder fertig ist :-) Ich steh einfach genauso auf das Teil, wie ich es mir zuvor ausgemalt hab. Die Angst, dass er ungenutzt herumsteht, ist aber noch bei keinem aus meinem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis (haben ihn ja doch schon einige) eingetreten.
      Man sagt, dass ein Thermi für 4 Personen ausgelegt ist, bei mehr Personen empfehlen sich 2. Ein zweiter Mixtopf glaub ich macht aber allenfalls früher schon Sinn. Reinigen find ich sehr einfach, weil man einfach Spülmittel reingeben, ggfs. erhitzen oder einfach nur in der Turbostufe schleudern kann :-) Teig oder so ist halt gefinkelter, aber da mit einem Dreh das Messer rausgeht, kann man überall schön dazu. Aber wie gesagt, ich will ihn ja nicht bewerben, ich will nur schwärmen, weil ich seither schon so tolle Sachen gezaubert hab. Jetzt muss ich z.B. Schluss machen, weil ich Suppe mit meiner selbst gemachten Gemüsepaste schlürfen will, hehe.
      Ich halt euch auf dem Laufenden! Danke fürs Mitlesen, liebe Uli!
      glg Carmen

  1. Antworten

    Ich mag deine Post immer total gerne :)

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

      • Carmen
      • 2. Februar 2016
      Antworten

      Dankeschön :-)

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