goodblog in der NEUEN Vorarlberger Tageszeitung: Hollerröster mit Grießkoch

Beeriger Herbst: Hollerröster & Grießkoch

23. Oktober 2017 , In: Ernährung, Wild werden
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Gut ist: die Abwehrkräfte mit heimischem Superfood unterstützen

Im Frühling haben wir ihn bereits groß angekündigt: den Holunder – oder Holler, wie er in Teilen Österreichs auch genannt wird.

Hat jemandem der frische Herbstwind eine Schnupfnase beschert oder gar einen grippalen Infekt dagelassen hat, kann er sich freuen, wenn getrocknete Holunderblüten vorrätig sind. Denn diese fördern als Tee das Ausschwitzen und helfen dem Körper so, gegen die unliebsamen Symptome anzukämpfen. Damit es aber erst gar nicht so weit kommt, sollte man regelmäßig von den Früchten des Holunderstrauchs zu essen. Bloß keinesfalls die rohen Beeren naschen! Diese sind leicht giftig und wirken abführend.

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Verarbeitung von Holunderbeeren

Viele Menschen, insbesondere die ältere Generation (meine Oma!), schwört von jeher auf die Wirkung des Holunders. Fragt man die Großeltern, wird man kaum welche finden, für die es nicht gebräuchlich war, Holunderbeeren per Dampf zu entsaften, Marmelade oder Hollerröster daraus zu kochen. Das ist durchwegs seinen heilsamen und vorbeugend immunstärkenden Eigenschaften sowie der fast überall reichlichen Verfügbarkeit zu verdanken.

goodblog in der NEUEN Vorarlberger Tageszeitung: Hollerröster - reifer Holunder

Oft ist Holunder am Wegesrand zu finden

goodblog in der NEUEN Vorarlberger Tageszeitung: Hollerröster - Holunderstrauch

Ein Prachtexemplar von Holunderstrauch

Zudem schmeckt Holunder ausgezeichnet. Er muss aber unbedingt vorab verarbeitet, also erhitzt, werden, um bekömmlich zu sein. Nur durchs Kochen zersetzt sich das leicht giftige Glykosid im Holler, wodurch wir ihn bedenkenlos essen und trinken können. Auch das Trocknen der Beeren ist eine gängige Variante des Haltbarmachens. Es dient allerdings lediglich der späteren Zubereitung, da durch Trocknen oder Dörren die Stoffe nicht zerstört werden.

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Um das Abwehrsystem das ganze Jahr hindurch tatkräftig zu unterstützen, empfiehlt sich das Entsaften und lagern in kleinen Flaschen. Regelmäßig ein Stamperl davon getrunken tut uns das mindestens so wohl wie der gerade sehr angesagte Aroniasaft.
In kleinen Portionen ist übrigens auch der Hollerlikör eine gute, aromatische Idee. Dafür entsaftet man die Beeren ebenfalls vorab und gibt etwas Zucker, Zimt und Weingeist dazu.

Jedenfalls hoff ich, ihr habt noch etwas von eurer Ernte übrig! Denn ich hab hier einen extra-gschmackigen Tipp für euch, direkt aus Omas Küche.

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Was nämlich im Hause Hafner allerdings die geläufigste Verarbeitungs-Variante ist: Hollerkoch bzw. Hollerröster mit Grießkoch. Dafür wird bereits im Herbst alles vorbereitet und die Beeren gemeinsam mit je ein paar Zwetschken portionsweise eingefroren. Später kocht die Oma das dann folgendermaßen:

Hollerröster mit Grießschmarrn nach Omas Art

Zutaten:

Für den Röster:

Einige Händevoll reife Holunderbeeren
1 Apfel
ein paar Zwetschken
1 Pkg. Vanillepudding (alternativ: Speisestärke)
Wasser
Zucker nach Geschmack

Für den Grießschmarrn:

Milch
Grieß
Butter

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Zubereitung:

  • Die Beeren von den Dolden lösen. Überreife und grüne Beeren entfernen. Waschen.
  • Einen ofenfesten Topf kalt ausspülen (soll Ankleben verhindern). Milch darin zum Kochen bringen.
  • Grieß einrühren: 150 g bei einem halben Liter Milch.
  • Topf samt Grießbrei bei 170 Grad für rund 20 Minuten ins vorgeheizte Backrohr geben.
  • Beeren und den geschälten, entkernten und in Stücke geschnittenen Apfel sowie entsteinte Zwetschken in einen weiten Kochtopf geben. Mit Wasser nahezu bedecken – so, dass noch etwas Obst herausschaut. Auf rund 250 g Beeren kommen etwa 125 ml Wasser.
  • Rund 10 Minuten köcheln lassen.
  • Währenddessen Puddingpulver oder Speisestärke mit kaltem Wasser anrühren.
  • Nach zwei Drittel der Backzeit den Grießschmarrn mit einer Gabel durchrühren, etwas Butter untermischen, weiterbacken, damit er noch knuspriger wird.
  • Holunderröster vom Herd nehmen, Pulver einrühren, bei Bedarf mit etwas Zucker süßen.
  • Servieren, genießen! Der Hollerröster dickt beim Abkühlen etwas nach.

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Tipps:
  • Der Röster lässt sich auf diese Art übrigens auch gut Einkochen.
  • Wer nicht einkochen, aber dennoch Vorräte anlegen will: Holunderbeeren samt Apfelstücken und Zwetschken portionsweise einfrieren. So hat man jederzeit die Zutaten für schmackhaften, gesunden Röster griffbereit.

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Mmmhmalzeit!

Wichtig: Hierbei handelt es sich um Empfehlungen. Die Anwendung von Heilpflanzen ersetzt niemals ärztliche Konsultation.

Hier findet ihr übrigens außerdem die Rezepte von Holunderblütengelee mit Orangen, Holunderblütencurd sowie Holunderblütenlikör.

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