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Kräuterwissen: Dirndl-Oliven

9. September 2016 , In: Ernährung, Wild werden
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Gut sind: hoffentlich diese falschen Oliven

Experimentierfreude lässt grüßen! Ich wollte eine Alternative zur Marmelade, um die wunderbar roten Früchte des Hartriegels zu konservieren. Die Kornelkirsche oder Dirndlkirsche, wie der Baum bei uns genannt wird, hat große Heilwirkung: Tee aus Blättern, Knospen und Rinden ist in der Volksmedizin ein Mittel gegen Gastritis, Fieber und die Ruhr. Die frischen Wildfrüchte helfen bei Magen- und Darmentzündungen. Direkt vom Baum schmecken sie allerdings nicht wirklich, da die Dirndl sehr sauer sind. Verarbeitet sind sie allerdings ein leckerer wilder Schmaus aus der Heimat.

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Für die Dirndlmarmelade verwendet man die reifen Kirschen; so lange wollte ich allerdings nicht warten. Welch Glück, dass mir genau da die tollen Bilder von Freude am Kochen auf Instagram auffielen! Hier wurden die zwar schon roten, aber noch unreifen Kirschen zu Dirndl-Oliven verarbeitet. Auch in meinem Lieblings-Nachschlagewerk Die Kräuter in meinem Garten“ von Sigrid Hirsch und Felix Grünberger aus dem Freya Verlag* wurde ich sofort fündig und schritt zur Tat: Falsche, rote Oliven müssen her!

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Ich kann euch bloß zum momentanen Zeitpunkt leider noch nicht verraten, ob das Experiment geglückt ist. Die vielversprechenden heimischen Oliven sollen ein paar Wochen ruhen und ziehen, bevor eine Kostprobe starten kann. Aber ich sag’s euch: Der Sud duftete schon mal so herrlich… hier ist das Rezept:

Dirndl-Oliven

Zutaten:

500 g Dirndlkirschen
250 ml weißer Balsamico-Essig
250 ml Wasser
2 EL Rohrohrzucker
2 Lorbeerblätter
1 EL gelbe Senfkörner
3 Wacholderbeeren
3 Pimentkörner
ein paar Pfefferkörner

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Zubereitung:

Die Flüssigkeiten samt Gewürzen und Zucker zum Kochen bringen. Hitze reduzieren und erst dann die Dirndlkirschen in den Sud geben. 10 Min. ziehen lassen, aber nicht kochen (Achtung, die Kirschen platzen sonst!). Anschließend die Dirndl-Oliven in vorbereitete Gläser füllen und mit dem Gewürzsud übergießen, sodass sie vollständig bedeckt sind. Nach etwa 6 Wochen zu kalten Platten reichen und verzehren, schmeckt angeblich köstlich… ich bin voller Vorfreude :-)

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Update:

UND OB die lecker sind, diese heimischen Wildkirschen-Oliven!!! Gestern geöffnet (23.10.16, nach etwa 9 Wochen Lagerung im Keller) und von der gesamten kritischen Besucherschar bei der großen Familienjause für absolut schmackhaft befunden. Sogar von meinem Papa, der Experimenten gegenüber immer ein wenig misstrauisch ist. Die Dirndl-Oliven haben zwar geschmacklich wenig mit herkömmlichen Oliven zu tun, aber die selbe Konsistenz. Dazu gibt’s interessant-fruchtiges Wildkirschen-Aroma, das neben Käse und Heurigen-Platte auf alle Fälle bestehen kann.
Einziger Fehler im System: Mit von der Partie gestern war meine liebe Taufpatin, die mir heuer ihre gesamte Dirndl-Ernte vermacht hat. Ich wage zu bezweifeln, dass ich die nächstes Jahr auch wieder bekomme. Mhhhmmm!

* Dieser Beitrag enthält Affiliate Links.
  1. Antworten

    Das ist ja mal ein interessantes Rezept. Schade das die Drindlkirschen nicht roh schmecken, die schauen so lecker aus, das man direkt reinbeißen mag. :-)

    Viele Grüße
    Rebecca

      • Carmen
      • 12. September 2016
      Antworten

      Dankeschön! Ja, da hast du wohl recht – ich hab’s schon so oft versucht, die Verlockung ist einfach zu groß :-) Aber das Ergebnis ist einfach jedes Mal das gleiche: besser verarbeiten.
      Ganz liebe Grüße,
      Carmen

  2. Pingback: Kräuterwissen: Alte Heckenvielfalt | goodblog – So viel Gutes!

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