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Mädesüß für die Reiseapotheke

6. Juli 2017 , In: Natur, Wild werden
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Gut ist: wirksame Kräuter in den Urlaub mitnehmen

Kennt ihr diese zarte, buschige Blüte? Das Mädesüß ist der pflanzliche Vorläufer von Aspirin. Es gibt einige pflanzliche Helfer, die wir anstelle schulmedizinischer Medikamente bei kleineren und größeren Problemen auf Reisen einsetzen können.

Das Mädesüß

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Diese Sommerpflanze ist eigentlich groß genug, um nicht übersehen zu werden. Dennoch wird sie eher als staudiges Unkraut wahrgenommen, das neben Bächen und Wegen wuchert. Die buschigen und doch filigranen Blüten des Mädesüß laden aber wahrlich zum genauen Hinsehen ein: Genau jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um das Kraftpaket zu ernten und gleich in den Urlaub mitzunehmen.

goodblog in der NEUEN Vorarlberger Tageszeitung: Mädesüß für die Reiseapotheke - der Standort

Man muss tatsächlich wissen, wonach man sucht. An langen Stängeln mit Fiederblättern sitzen weiße, rispenartige Blütenstände aus unzähligen kleinen Einzelblüten. Die ganze Wiese duftet süßlich, wo sie zu finden sind. Kennt man das untypische Rosengewächs erst einmal, sieht man es recht häufig und auch gleich in größeren Ansammlungen. Das ist auch gut so, denn für so zahlreiche Einsatzbereiche darf man schon mal ein ganzes Büschel ernten!

goodblog in der NEUEN Vorarlberger Tageszeitung: Mädesüß für die Reiseapotheke - Strauß zum Trocknengoodblog in der NEUEN Vorarlberger Tageszeitung: Mädesüß für die Reiseapotheke - das Blatt

Übrigens: Verfügt die Pflanze über Weißfärbung auf den Blättern, sollte man auch die Blüte nicht pflücken und verwenden. Da Mädesüß gerne in feuchten Gebieten wächst, ist es anfällig für Mehltau (Schimmel).

goodblog in der NEUEN Vorarlberger Tageszeitung: Mädesüß für die Reiseapotheke - Achtung Mehltau

Ein ungewöhnlicher Name

Das Kraut mit dem vielsagenden Namen kann man auch wirklich dazu verwenden, etwas zu süßen. Vermutlich stammt auch seine Bezeichnung daher: Früher süßte man Met, den Honigwein, mit der Blüte. Mit einem süßen Mädl hat das alles jedenfalls nichts zu tun, auch wenn die filigrane Blüte zu verzaubern weiß. Weitere Deutungen verweisen auf die „Mede“ als Standort. So nannte man im Altertum Grasland, wo das Mädesüß gerne wächst. Es mag es ein bisschen feucht, halb sonnig, halb schattig – dort entstehen breite Streifen voller üppiger Blüten.

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Nicht nur das Mädesüß selbst trägt einen interessanten Namen. Es ist nämlich auch in die Bezeichnung des altbekannten „Aspirin“ verstrickt: Mädesüß enthält Salicylsäure, einen schmerzstillenden Wirkstoff. Dieser wird für Aspirin synthetisch nachgebaut und ist als Acetylsalicyl der Hauptbestandteil. Das A im Namen stammt vom Acetyl, das „spirin“ lehnt sich an die frühere botanische Bezeichnung der Spiersträucher (Spireae) an – der Pflanzenfamilie, der das Mädesüß damals zugeordnet war.

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Vielfältige Anwendung

Mädesüß verfügt über sehr nützliche Eigenschaften, wenn eine grippeähnliche Erkrankung samt Kopf- und Gliederschmerzen im Anmarsch ist. Wie Holunderblütentee wirkt es schweiß- und harntreibend, zudem ist es schmerzstillend. Gerbstoffe, Flavonoide, ätherisches Öl und Terpene sorgen gemeinsam mit der Salicylsäure für eine rasche Linderung. Auch gegen rheumatische Beschwerden wendet man Mädesüß an. Dafür bereitet man vorzugsweise aus den frischen oder getrockneten Blüten einen heißen Tee.

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Weil die Blüten zudem auch sehr, sehr gut duften, darf man sich selbstverständlich auch dann das Aroma zunutze machen, wenn keiner krank ist. Mädesüß-Sirup wird genauso hergestellt wie Holunderblütensirup und als Verdünnsaft getrunken. Jedoch ist davon abzuraten, dies allzu häufig zu tun, damit sich der Körper nicht an die Wirkstoffe gewöhnt.

Beauty-Anwendungen aus Mädesüßblüten gibt es ebenso: Eine Lotion wirkt zusammenziehend und sorgt so für eine glatte, ebenmäßige Haut.

Diese Pflanzen passen in die Reiseapotheke:

Anis, Fenchel, Kümmel: Die Samen nimmt man am besten als Ganzes mit und kaut ein paar wenige gegen Unwohlsein und Blähungen.

Beifuß: Die Tropfen lindern Magenbeschwerden nach zu deftigem Essen – oder Nahrung, die wir nicht gewöhnt sind. Unterstützt die Fettverdauung, wirkt zudem gut bei Verkühlung des Unterleibs. Allerdings unbedingte Vorsicht bei Schwangerschaft, da er Wehentätigkeit anregt.

Blutwurz: Als Tinktur leistet sie erste Hilfe bei Durchfällen, zu starker Regelblutung, aber auch Zahnfleischbeschwerden. Wirkt zusammenziehend und blutstillend.

Ingwer: Ist eine Erkältung im Anmarsch, rasch Tee aus frischem Ingwer trinken. Er unterstützt das Immunsystem und ist schmerzstillend. Ingwer kann auch bei Unwohlsein während längeren Autofahrten gekaut werden, am besten schmeckt er dafür kandiert.

Johanniskraut: Das Öl mildert Schmerzen, etwa nach einem Sonnenbrand. Macht lichtempfindlich – aber die Sonne sollte dann ohnehin nicht mehr an die betroffenen Stellen gelangen. (Zubereitung siehe Artikel von letzter Woche auf www.goodblog.at)

Lavendel, Melisse: Wer vor dem Reisen nervös ist, findet damit Ruhe. Wird außerdem von Insekten gemieden.

Mädesüß: Unverzichtbar anstelle von Aspirin.

Pfefferminz: Die kühlende Pfefferminze löst Krämpfe, sowohl Magen-, Darm- als auch Unterleibskrämpfe.

Rosmarin: Kreislaufbeschwerden, etwa durch starke Hitze, mildert Rosmarintee oder -sirup. Zudem ist er nervenstärkend und krampflösend.

Spitzwegerich: Sofort auftragen nach Insektenstichen, dann schwillt erst gar nichts an. Das frische, zerdrückte Blatt oder ein vorbereiteter Roll-On.

Thymian: Wenn sich Husten ankündigt, trinkt man ihn ganz einfach als Tee. Auch gegen Durchfall wirkt er gut.

Zitrone: Ätherisches Zitronenöl vertreibt Übelkeit. Zudem hält man sich damit lästige Insekten vom Leib.

Wichtig: Hierbei handelt es sich um Empfehlungen. Die Anwendung von Heilpflanzen ersetzt niemals ärztliche Konsultation.

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Ich wünsche euch einen schönen Urlaub und dass ihr davon gar nicht erst etwas benötigt!
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