goodblog im Biomagazin: Schenk keinen Mist - Zeitungspapier statt Geschenkspapier

Schenk keinen Mist

16. Dezember 2016 , In: Freizeit, Konsum
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Gut ist: sinnvolles Zeug herschenken

Weihnachten steht vor der Tür! Was will man da am wenigsten geschenkt bekommen? Ja, genau. Sachen, die man nicht brauchen kann… und eeeelends viel Verpackung. Darum hab ich mich fürs Biomagazin mal wieder aufgemacht und ordentlich recherchiert. Herausgekommen sind jede Menge Ideen und Anregungen für bewusstes Schenken. Und ja, die meisten Geschenke lassen sich sehr kurzfristig organisieren, falls ihr noch am Überlegen seid!

Lest hier den ganzen Artikel:

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Der Artikel im Biomagazin: Schenk keinen Mist

Schenk keinen Mist!

Jeder freut sich über tolle Geschenke. Die Verpackungen, die dabei anfallen, wandern aber meist schnurstracks zum Mist. Gewitzte Ideen und immaterielle Präsente helfen, unnötigen Müll zu vermeiden.

Schenken steht das ganze Jahr über hoch im Kurs. Geburtstage und Weihnachten sowieso, außerdem zum Jahres-, Valentins- und Muttertag – die Konsumgesellschaft hat sich einiges überlegt, um die Läden am Laufen zu halten. Man möge sich bitte intensive Gedanken machen, was das beschenkte Gegenüber besonders erfreuen könnte. Doch die Gefahr, dass man damit nicht direkt ins Schwarze trifft, besteht selbstverständlich immer. In Zeiten großer Umtauschaktionen nach den Feiertagen müssen wir uns zumindest nicht mehr sorgen, dass das Packerl eins zu eins im Mülleimer landet; ziemlich sicher aber das drumherum gewickelte Geschenkspapier. Wir haben uns Gedanken gemacht: Worin lassen sich die Dinge verpacken, ohne zusätzliches Papier kaufen zu müssen? Kann vielleicht sogar die Verpackung Freude machen? Und welche Geschenke packt man am besten gar nicht erst ein?

goodblog im Biomagazin: Schenk keinen Mist - Bast statt Geschenksband

Soziale Geschenke

Schon als Kinder beglückten wir die Eltern mit liebevoll gekritzelten Gutscheinen fürs Autowaschen oder unaufgefordertes Zimmeraufräumen. Aufmerksamkeiten ohne materiellen Wert zählen als Dauerbrenner. Zeit miteinander zu verbringen oder eine gute Tat zu schenken macht meist viel mehr Freude als ein hastig ausgewähltes Mitbringsel. Und es ist überaus bequem. Heutzutage muss man nicht mal mehr eigene Ideen haben:

  • Erlebnis-Geschenkboxen: Jochen Schweizer, Jollydays, Mydays und Konsorten bieten absolute Abwechslung zum Alltag. Man muss dann nur noch gewissenhaft entscheiden, ob man ein Wochenende mit Huskys im Wald verbringen oder die Schwiegermutter Tandemspringen lassen will.
  • Elektronische Geschenkbox: Das klappt sogar vollkommen ohne Müll – kommt aber schon ein wenig unromantisch daher. Das klassische Erlebnisgeschenk für Kurzentschlossene oder Materialverweigerer lässt sich nämlich teils ganz einfach digital erwerben und auch gleich verschicken. Sender und Empfänger bekommen dann ein schlichtes PDF, das man persönlich widmen kann. Gibt es u.a. ebenso bei Jochen Schweizer, Mydays und Jollydays.
  • Gutscheine: Der gute alte Gutschein benötigt generell wenig Verpackungsmaterial, so ehrlich muss man sein. Einkaufsguthaben schießen jedoch wieder am Ziel vorbei; gegen Klassiker wie Kino-, Restaurant- oder Hotelgutscheine wird jedoch nichts einzuwenden sein.
  •  Zeit statt Zeug: Das wundervolle Projekt für weniger Verbrauch stellt Geschenkkarten bereit, die inhaltlich verdeutlichen, wie wertvoll gemeinsam verbrachte Zeit ist. Nackenmassage statt Schal, Blume pflanzen statt Blumenstrauß, Kochabend statt Kochbuch – das Geschenk kommt mit eigenem Text, bereits selbst festgelegtem Termin, ist kostenlos und vollkommen digital verfügbar. Den zugehörigen Gutschein kann man sich ausdrucken. www.zeit-statt-zeug.de

Immer mehr auf Vormarsch ist es außerdem, Dinge zu schenken, die gar nicht im persönlichen Lebensumfeld angeordnet sind, aber einen guten Zweck erfüllen. Eine kleine Auswahl der vielzähligen Möglichkeiten:

  • Ein Esel für den Fortschritt: Die Caritas ermöglicht die Anschaffung dringend benötigter Nutztiere für Entwicklungsländer durch Spenden. Ein Esel-Geschenk bedeutet einen sinnvollen Beitrag zur Entlastung von schwer arbeitenden äthiopischen Frauen. Sie müssen in stundenlangen Märschen Wasser holen sowie Feuerholz sammeln und dann unter größter Anstrengung in ihr Dorf bringen, wobei ihnen das Tier helfen kann. Der oder die Beschenkte kann sicher sein, dass sein/ihr Geschenk Sinn macht, und bekommt vielleicht sogar ein Fairtrade-Biobaumwoll-Shirt mit dem Aufdruck „Mein Esel lebt in Afrika“ dazu. Alternativ lässt sich übrigens sogar ein ganzer Ochs herschenken. Wer günstiger davonkommen möchte, kann mittels Spendengeschenk auch eine Hühnerschar für eine Familie in Äthiopien, ein Schwein oder eine Ziege für Menschen in Burundi stiften. www.shop.caritas.at/esel-fuer-den-fortschritt
  • Schuhe aus dem Waldviertel: Revolutionär Heini Staudinger teilt die Meinung mit Diakoniedirektor Michael Chalupka und sieht Schuhe als „das Wichtigste für einen Menschen auf der Flucht“. Allein im September 2016 verteilte er daher 1.300 Paare seiner langlebigen Waldviertler Schuhe an Flüchtlinge. Weil es noch viel mehr Menschen gibt, die ordentliches Schuhwerk benötigen, bittet er per Spendengeschenk um Mithilfe. www.w4tler.at/fluechtlingsschuh
  • Spendenaktionen: Eine junge Familie im Heimatort ist aufgrund eines Unglücksfalles in finanzielle Schieflage geraten? Ein ansässiger Verein sammelt für den Familienvater, der seine vier Kinder alleine aufziehen, aber auch arbeiten gehen muss? Nicht nur diverse Christkind-Aktionen bieten die Möglichkeit, im regionalen Umfeld mitanzupacken. Derartige Initiativen stellen sinnvolle Möglichkeiten dar, etwas Geld in Gutes zu investieren, insbesondere wenn die Beschenkten solche Engagements zu schätzen wissen.

Selbermachen

Ja, Selbermachen ist wieder angesagt. Während Gebasteltes früher oftmals lediglich als Muttertagsgeschenk aus dem Kindergarten eine Daseinsberechtigung hatte, gewinnen Geschenke stetig an Stellenwert, in die man Zeit, Hingabe und erlesene Zutaten gesteckt hat:

  • Do it Yourself – Naturbilder selbst gestalten: Die DIY-Bewegung unterliegt einem ganz, ganz starken Aufwind. Eine bunte Vielfalt an originellen Ideen findet sich auch in der Bloggerszene. Provinzkindchen zeigt beispielsweise, wie man mit wenig Aufwand herbstliche, Kupfer eingefärbte Blätter in minimalistischen Rahmen in Szene setzt. Das lässt sich mit verschiedensten Elementen nachstellen und begeistert sowohl naturbewusste, als auch einrichtungsaffine Herzen.
    Die genaue Anleitung gibt’s hier beim Provinzkindchen.

goodblog im Biomagazin: Schenk keinen Mist - Selbstgemachtes mit Kupferblättern

  • Essen verschenken – Suppenwürze als Mitbringsel: Hände weg von Fertigprodukten! Viele möchten heute selber herstellen und wissen, was in ihre Lebensmittel reinkommt. Deshalb erfreut man sich gegenseitig mit allerhand Marmeladen und Kräutersalzen als Gastgeschenken. Mal was anderes gefällig? Spielend einfach kocht man laut goodblog selbst Suppenwürze als Jahresvorrat aus dem eigenen Garten ein. In hübschen Gläsern nett verpackt und vielleicht noch trendig etikettiert das ideale Mitbringsel für Selberkocher.
    Das Rezept samt Bildbeschreibung findest du hier: Suppenwürze selbermachen.
  • Geschenke im Glas: Apropos – unzählige Dinge lassen sich darin ansehnlich drapieren, nicht nur Lebensmittel. Ob als Deko-Element gestaltet oder samt lustigem Kinderspiel, die Möglichkeiten sind vielfältig und die Verpackung muss nicht entsorgt werden. Das Buch dazu hab ich euch hier schon mal vorgestellt.

Kreative Verpackung

Und da sind wir auch schon beim vielleicht zentralsten, weil am meisten mistmachenden Thema des bewussten Schenkens angelangt: der Verpackung. Je lauter das Zellophan raschelt, desto schneller geht wohl der Atem der oder des Beschenkten. Aber nicht notwendigerweise wegen der Aufregung über das Geschenk selbst, sondern weil man mit dieser Art der Verpackung so rein gar nichts anfangen kann und nur unnötige Müllberge hervorbringt. Dabei gibt es wirklich brauchbare Alternativen – oder welche, für die zumindest kein neues Material angeschafft werden muss:

  • Altpapier statt Geschenkspapier: Anstelle des glitzernden Weihnachtspapiers kann man genauso gut Zeitungspapier verwenden. Verwendet man alte Straßenkarten oder Poster, bekommt das Packerl einen beinahe künstlerischen Touch. Mit färbigem Bindfaden oder Bast eine Masche machen und es sieht richtig schick aus. Schleifen lassen sich außerdem sowieso mehrmals wiederverwenden.

goodblog im Biomagazin: Schenk keinen Mist - Zeitungspapier statt Geschenkspapier

  • Klebestreifen vermeiden: Übrigens, es gibt bereits lösungsmittelfreie Klebestreifen. Die meisten sind das allerdings nicht. Wo das möglich ist, empfiehlt es sich daher auf deren Einsatz zu verzichten und zumindest das Bewusstsein zu pflegen, dass man nach dem Aufbrauchen der vorhandenen Standard-Rolle auf die Ecolinie umsteigen könnte.
    Oder man verwendet einfach mehr wegwerfbaren Bast anstelle des Klebers:

goodblog im Biomagazin: Schenk keinen Mist - Bast statt Geschenksband

  • Geschenk im Geschenk: Ein Schal, ein T-Shirt oder ein schönes Stoffsäckchen dient nicht nur als Präsent selbst, sondern kann um ein anderes geschlungen werden. Hier ist nicht viel mehr nötig als ein schönes Band – wenn überhaupt. Bea Johnson erklärt in ihrem Buch „Zero Waste Home“, wie sogenannte Furoshiki-Tücher so kunstvoll eingeschlagen werden, dass die ausgefeilten Knoten sogar weitere Utensilien überflüssig machen.
  • Gläser, Töpfe, Schüsseln: Es kann nicht oft genug erwähnt werden, wie hübsch vielerlei Geschenke in schönen Gläsern aussehen. Mittlerweile sind Einmachgläser in unterschiedlichsten eleganten wie trendigen Designs auf dem Markt. Schenken, wiederverwenden, weitergeben – das klingt nach Idealzustand. Dabei darf man ruhig noch ein wenig um die Ecke denken. Möchte man mit selbstgekochtem Essen erfreuen? Den Topf vielleicht einfach lustig zubinden und bei der Übergabe darauf hinweisen, dass er die Verpackung ist und wieder mitgenommen wird. Gewusst wie, schenk keinen Mist!

So, da sollte nun hoffentlich etwas für euch und eure Lieben dabei gewesen sein. Ich wünsche euch jedenfalls ein schönes, bewusstes Schenken und noch eine entspannte Vorweihnachtszeit.

* Dieser Beitrag enthält Affiliate Links.
    • Jenni
    • 20. Dezember 2016
    Antworten

    Liebe Carmen!

    Ein wirklich umfassender Artikel zum sinnvollen Schenken, den ich auch gerne dieses Jahr geschrieben hätte, hätte die Zeit (und meine Backstube) nicht irgendwie gegen mich gearbeitet. So aber bin ich froh, dass du einen so ausführlichen und informativen Beitrag dazu verfasst hast, den ich morgen auch erst einmal über Facebook teilen werde. :)

    P.S.: Für Essens-Geschenke bin ich auch immer ganz stark zu haben – wir verschenken dieses Jahr unabhängig von Bargeld (ja, ich weiß: furchtbar unromantisch) einen dicken Futterkorb. Den kann man immer gebrauchen. :)

    Liebe Grüße
    Jenni

      • Carmen
      • 20. Dezember 2016
      Antworten

      Liebe Jenni!
      Das freut mich sehr – dass du mit meinem Artikel was anfangen kannst und ihn auf Facebook noch einer breiteren Leserschaft zukommen lassen magst :-)
      Da bin ich voll bei dir, übrigens auch beim Bargeld. Bevor herumstehende Sinnlosigkeiten aus Verlegenheit gekauft werden, ist doch besser, der/die Beschenkte erfüllt sich damit selbst einen Wunsch :-)
      Ich wünsch dir jedenfalls noch eine schöne Vorweihnachtszeit und ein tolles Fest mit deinen Lieben!
      Liebe Grüße,
      Carmen

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